München, den 12. Januar (v-u-f) Wie weit darf es bei der Versicherung gehen? Diese Frage beschäftigt Versicherungsexperten und Kunden seit Jahren. Die Assekuranzen wollen sich schließlich absichern, dass sie nicht für aus Fahrlässigkeit entstandene Schäden aufkommen. Doch dann kommt aber die Frage nach dem Datenschutz: Wieviel darf man verraten, was darf man der Versicherung sagen [...]
München, den 12. Januar (v-u-f) Wie weit darf es bei der Versicherung gehen? Diese Frage beschäftigt Versicherungsexperten und Kunden seit Jahren. Die Assekuranzen wollen sich schließlich absichern, dass sie nicht für aus Fahrlässigkeit entstandene Schäden aufkommen. Doch dann kommt aber die Frage nach dem Datenschutz: Wieviel darf man verraten, was darf man der Versicherung sagen und was muss man unbedingt für sich behalten? Diese Diskussion wird angesichts einer aktuellen Debatte rund um die Autoversicherung für Fahranfänger noch angeheizter.
Vor kurzem schlug nämlich der Verkehrsexperte der CDU Dirk Fischer ein neues Kontrollsystem in der Kfz-Versicherung vor. Fahranfänger sollen künftig mit Satellit überwacht werden. Dabei werden die Position des Fahrzeugs sowie die Geschwindigkeit des Autos zu jedem Augenblick der Reise aufgezeichnet. Die jungen Fahrer sollen damit nicht nur ihren Fahrstil selbst kontrollieren können, sondern auch einen präventiven Effekt erzielen. Wenn Fischers Vorschlag akzeptiert wird, werden sich die Fahrer ein Gerät für 300-400 Euro anschaffen sollen, das fast die gleichen Aufgaben wie eine Flugzeug-Blackbox erfüllt. Das finanzielle Minus soll durch Rabatte in den Beiträgen für die Kfz-Versicherung beglichen werden. Bekanntlich werden Fahranfänger in die ungünstigsten Schadenfreiheitsklassen eingestuft und zahlen dementsprechend die teuersten Versicherungsprämien.
Fischers Projekt wird bereits in Brandenburg getestet und die ersten Ergebnisse sollen im Jahr 2011 veröffentlicht werden. Das bedeutet, dass die offizielle Einführung des neuen Systems noch lange nicht in Sicht ist. Trotzdem wird die Idee schon heftig kritisiert. Vor allem Datenschützer zeigen sich mit Fischers Vorschlag unzufrieden. Die Kritiker meinen, dass ein solches System ein weiterer Schritt in Richtung Überwachungsstaat ist, was auch den präventiven Charakter in Frage stellt. Besser wäre es, wenn sich die Fahranfänger von erfahrenen Personen begleiten ließen, meinen die Experten vom Automobilclub ACE. (v-u-f)
