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Was versteckt sich hinter Ökostrom?

München, den 21. April (v-u-f) Ökostrom ist der neue und absolute Hit auf dem deutschen Energiemarkt. 2007 zählten die großen Energieversorger über 12 Mio. Kunden von Ökostrom, doch 2008 ist die Nachfrage deutlich gestiegen. Inzwischen bieten mehr als die Hälfte der großen Stromlieferanten hierzulande Produkte mit dem Label „Ökostrom“ an. Doch was genau verbirgt sich [...]

München, den 21. April (v-u-f) Ökostrom ist der neue und absolute Hit auf dem deutschen Energiemarkt. 2007 zählten die großen Energieversorger über 12 Mio. Kunden von Ökostrom, doch 2008 ist die Nachfrage deutlich gestiegen. Inzwischen bieten mehr als die Hälfte der großen Stromlieferanten hierzulande Produkte mit dem Label „Ökostrom“ an. Doch was genau verbirgt sich dahinter? Handelt es sich um echte umweltfreundliche Energie oder nur um eine Mogelpackung, die nur mit dem verantwortungsvollen Bewusstsein der Bundesbürger spielt?
Eine aktuelle Studie der Uni Saarbrücken zeigt eindeutig, dass mindestens 50% der Produkte, die als Ökostrom verkauft werden, dieses Prädikat gar nicht verdienen. Leiter der Studie ist der Energiewissenschaftler Uwe Leprich, der im Auftrag der Umwelt-Organisation Green Peace gearbeitet hat. Die Studie beweist eindeutig, dass viele Ökostrom-Geschäftsmodelle der Energiekonzerne auf dem Handel von Herkunftsnachweisen beruhen. Ein solcher Herkunftsnachweis ist zum Beispiel der sog. RECS-Zertifikat. Der Erwerb dieses Dokuments bedeutet aber längst nicht, dass der Strom auf eine umweltfreundliche Art erzeugt wird. Die Kunden bezahlen zwar für Ökostrom, bekommen aber Energie, die durch Kohle oder Atomkraft hergestellt wird. Die Öko-Zertifikate werden zum Beispiel von Wasser- oder Windkraftwerken in Skandinavien erworben.
Ein weiteres Problem im Stromhandel ist die Tatsache, dass es keine genaue Definition dafür gibt, was eigentlich Ökostrom heißt. Aus diesem Grund appelliert Leprich an genauen Richtlinien, die vom Gesetzgeber festgelegt werden müssen. Laut Greenpeace gibt es nur zwei Kriterien, die als Orientierungshilfe für die Kunden dienen können. Zum einen muss der Anbieter nachweisen können, dass er in Öko-Kraftwerke investiert. Darüber hinaus muss der Anbieter genaue Informationen über die Herkunft der Energie geben können. Wenn der Stromlieferant die oben genannten Daten nicht belegen kann, sollten die Kunden am besten auf das Angebot verzichten. (v-u-f)