EU- Kommission regelt teils unberechenbare Handygebühren für das Telefonieren im Ausland
München, den 1. August (v-u-f.) Wer kennt es nicht? Ein erholsamer Urlaub an einer Küste irgendwo im europäischen Ausland. Entspannung, Ruhe, gutes Essen und dann klingelt das Handy. Schnell sind zehn Minuten vertelefoniert und man weiß eigentlich nicht, wie viel es gekostet hat. Im Urlaub möchte man ja auch gerne erzählen, wie schön die Hotelanlage ist oder fragen, wie es den Zuhausegebliebenen geht. Doch spätestens nach einigen Wochen kommt die Rechnung schwarz auf weiß. Tja, wenn man das gewusst hätte.
Bei Mobilfunktelefonaten (Roaming) im europäischen Ausland können schnell einige hundert Euro zusammenkommen. Denn nicht nur das Telefonieren ist bisher mit schwer durchschaubaren Tarifen verbunden. Ein paar Mal e-Mails abgefragt oder vercheckt und schon hat man bei verhältnismäßig wenig Datentransfer beachtliche Kosten generiert.
Doch damit soll nun Schluss sein. Durch die neue Verordnung der EU-Kommission werden die Mobilfunktarife im europäischen Ausland einheitlich geregelt. Rund 28 Cent pro Minute werden zukünftig für eingehende Anrufe im Standard-Roaming-Tarif erhoben. Für ausgehende Anrufe müssen hingegen immer noch 58 Cent bezahlt werden. Diese Preisobergrenzen für das Jahr 2007 sind zwar immer noch recht hoch, doch besser als nichts. Innerhalb der kommenden zwei Jahre sollen die Obergrenzen dann Schritt für Schritt herabgesetzt werden.
Die großen Netzbetreiber reagieren nun mit neuen Tarifmodellen, die das Telefonieren im Ausland zukünftig erschwinglicher machen und für mehr Transparenz sorgen. Schon seit dem 1. Juli gibt es von T-Mobile neue Tarife für Auslandsgespräche. Während auch Vodafone die Frist der EU-Kommission eingehalten hat, wird es E-Plus voraussichtlich in einigen Tagen mit einem neuen Tarifmodell schaffen. O2 wird wohl oder übel das Schlusslicht des neuen Modelltarifreigens bilden, da die erwarteten Preismodelle erst gegen Ende August angekündigt sind.
Ab 2009 sollen ausgehende Gespräche dann mit maximal 51 Cent und eingehende mit 23 Cent pro Minute begrenzt werden. Bei den hiesigen Angaben handelt es sich, wie bereits angemerkt, lediglich um die Standard-Roaming-Tarife. Speziell abschließbare Auslandstarife werden nach wie vor einzeln angeboten.
Ein Ende des undurchsichtigen Tarifdschungels für mobile Auslandsgespräche ist also langsam aber sicher in Sicht. Um sich auf der sparsamen Seite zu bewegen, sollte man jedoch die gute alte Faustregel auch für den Urlaub im Hinterkopf behalten: Unwissenheit schützt nicht nur vor Strafe nicht, sondern auch vor hohen Kosten.